Sonntag, 9. August 2026

Menschenrechtsorientierte anstelle technokratische Teilhabe ermöglich

Der VPSA e.V. fordert den Bund und die Länder auf konsequent die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) durchzuführen. Gleichsam müssen Umweltfaktoren wie der Klimawandel (z.B. Hitzewellen) als strukturelle Barrieren (analog der BRK) deutlich stärker in den Blick genommen werden.

Ein weiteres Thema mit dem sich die Mitgliederversammlung befasste betraf das Thema Teilhabe und Inklusion. Der VPSA e.V. fordert eine konsequente Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK). Dabei steht die Teilhabeperspektive im Mittelpunkt, die eine präzise und menschenrechtsorientierte Begriffsbestimmung von Behinderung erfordert.

Der VPSA e.V. fordert, Umweltfaktoren wie den Klimawandel (z.B. Hitzewellen) zu den strukturellen Barrieren (analog der BRK) deutlich stärker in den Blick zu nehmen und diese sys
tematisch abzubauen. Die Umsetzung der UN-BRK muss als Instrument zur Verwirklichung gleichberechtigter Teilhabe verstanden werden. Die Sozialgesetzbücher allgemein und die UN BRK sind deshalb primär aus einer umweltbezogenen Perspektive zu lesen.

Nicht individuelle Merkmale definieren eine besondere Personengruppe, sondern gesellschaftliche Bedingungen erzeugen Behinderung durch Ausgrenzung und mangelnde Zugänglichkeit.

Finanzielle Mittel sind daher vorrangig für den Abbau struktureller Barrieren und die Schaffung inklusiver Rahmenbedingungen einzusetzen. Individuelle Unterstützungsleistungen können im Einzelfall weiterhin erforderlich sein.

Der VPSA e.V. fordert einen grundlegenden Paradigmenwechsel in der Hilfe für Menschen mit Behinderungen im Kontext der UN BRK: weg von einer reinen fürsorgeorientierten Unterstützung einzelner Menschen, hin zu einer konsequenten Gestaltung einer inklusiven Gesellschaft, die Teilhabe für alle ermöglicht. Hierzu sind alle Sozialgesetzbücher zu überarbeiten.

Saarlouiser Erklärung der VPSA, 11.07.2026

Ethische Prinzipien als Leitbild und Handlungsrahmen

Der VPSA e.V. fordert die Länder auf, ethische Prinzipien verbindlich in der Lehre der Sozialen Arbeit zu verankern. Bezugswissenschaften, beispielsweise die Betriebswirtschaftslehre, sind im Rahmen des Code of Ethics sowie der ethischen Grundprinzipien der Sozialen Arbeit zu vermitteln. Dadurch wird sichergestellt, dass sich Lehre und professionelles Handeln an den ethischen Grundlagen der Sozialen Arbeit orientieren und nicht von einer einseitig technokratischen Perspektive geprägt werden.

Die Soziale Arbeit verfügt mit ethischen Prinzipien und dem Code of ethics in der Sozialen Arbeit über eigene Instrumente des Handelns in der Sozialen Arbeit. Ethische Prinzipien bilden hierbei den Rahmen und dienen als Orientierungsrahmen für konkrete Hilfeplanung sowie Selbstreflexion innerhalb der Profession. Sie basieren auf den Prinzipien der Achtung der Menschenrechte und Menschenwürde, sowie der Soziale Gerechtigkeit. Sie achten internationale Übereinkommen und die Internationalen Menschenrechtserklärungen. Übereinkommen bilden allgemeine Zielsetzungen und anerkannte Rechte, die von der Weltgemeinschaft akzeptiert werden. Sie orientieren sich am code of ethics sowie der internationalen Definition Sozialer Arbeit des IFSW. Sie achten u.a. die obersten Prinzipien der Sozialen Arbeit nach Kaminsky: die Autonomie, das Wohlwollen, das Nichtschaden, die Solidarität, die Gerechtigkeit und die Effektivität. Der VPSA e.V. fordert Ethische Prinzipien in der Lehre zu verankern und Betriebswirtschaft auf ein Minimum zu reduzieren, um eine Orientierung der Sozialen Arbeit an ihrer Ethik und nicht an einer übermäßigen Technokratie zu garantieren.

Hilfeplanung

In der Hilfeplanung dienen sie als Instrument gemeinsam mit dem zu unterstützenden Menschen festzulegen
, welche Ziele erreicht werden sollen und welche Maßnahmen dafür nötig sind. Sie dienen dabei dazu den Hilfeprozess zeit- und zielgerichtet auszurichten, die Wirksamkeit der Hilfe überprüfbar zu machen sowie die Selbstbestimmung und Teilhabe des Betroffenen zu stärken.

Selbstreflexion

Selbstreflexion ist die Fähigkeit, den "Blick nach innen" zu richten und das eigene Ich zu betrachten. Sie verfolgt das Ziel Probleme zu erkennen, Potenziale zu nutzen, Handlungsweisen zu verbessern sowie persönliches Wachstum zu erreichen. Emotionale Intelligenz und Resilienz wird gefördert um Verhaltensmuster zu erkennen.


Saarlouiser Erklärung der VPSA, 11.07.2026