Verantwortung (das, wofür jemand geradesteht)
und
Zuständigkeit (der Zeitraum, in dem jemand etwas zu entscheiden hat). Die Kernthese: Verantwortung ist zeitlich begrenzt — sie beginnt mit der Zuständigkeit und endet mit ihr
Drei Zeiträume, drei Regeln
Vor der
Zuständigkeit liegt
keine Verantwortung: Geerbte Missstände oder Entscheidungen von der
Vorgängerschaft begründen keine Schuld. Wer zuständig wird, kann sie
korrigieren — muss sich aber nicht für sie verantworten.
Während der
Zuständigkeit gilt die
volle Verantwortung: für eigenes Handeln wie für eigenes Unterlassen, ohne
Abstriche.
Nach der Zuständigkeit endet die Verantwortung: Was nach einer Übergabe geschieht, liegt bei der nachfolgenden Person.
Ohne zeitliche Grenze wäre jede Person für alles verantwortlich — und wer für alles verantwortlich ist, ist für nichts richtig verantwortlich. Klare Grenzen machen Verantwortung messbar, tragbar und dadurch überhaupt erst übernehmbar.



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